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Die Geschichte von Wichteli Reinach BL

Die Waldspielgruppe Wichteli Reinach wurde im Jahr 2008 von Silvia Fischler und Barbara Kohler gegründet. Aus dem Wunsch heraus, Kindern einen geschützten Raum in und mit der Natur zu eröffnen, entstand ein Ort, an dem freies Spiel, Entdecken und gemeinsames Erleben im Wald im Mittelpunkt standen. Der Wald wurde von Beginn an nicht nur als Spielplatz, sondern als lebendiger Lern- und Erfahrungsraum verstanden.

Bis 2013 bestand die Waldspielgruppe Wichteli als eigenständiger Verein in Reinach. In diesem Jahr kam es zu einer Fusion mit der Natur- und Waldspielgruppe Baumzauber in Therwil.

Die Hauptleitung übernahm Sabin Grossmann, die die Waldspielgruppe über viele Jahre hinweg mit großer Hingabe, fachlicher Tiefe und einer ausgeprägten inneren Haltung prägte. Unter ihrer Leitung blieb der ursprüngliche Geist der Wichteli lebendig und wurde zugleich weiterentwickelt.

Für Sabin Grossmann war die Natur ein zutiefst beseelter Raum. Sie schrieb:
„Die Einzigartigkeit und Schönheit der mich umgebenden Natur mit all ihren Wesen, Elementen und Dimensionen erfüllen mich mit tiefer Dankbarkeit und Freude. Ich entdecke sie immer wieder neu, immer inniger, und teile sie gerne.“
Die Arbeit mit den Kindern im Wald verstand sie als Möglichkeit, ganz im Moment zu sein und aus diesem zu schöpfen. Ihr Herzensanliegen war es, den Kindern einen offenen, wertschätzenden Raum zu halten – für ihr einzigartiges Sein, für Achtsamkeit, Respekt und Vertrauen. Getragen von dem Gedanken „Alles Leben ist eins“ durften die Kinder im Wald wachsen, sich als Teil der Gemeinschaft erleben und gestärkt ihren eigenen Weg weitergehen.

Seit August 2022 findet die Waldspielgruppe Wichteli wieder ausschließlich in Reinach statt. In dieser Zeit verlagerte sich Sabin Grossmann zunehmend in die Arbeit im Hintergrund und kümmerte sich vor allem um Administration und Finanzen. Gleichzeitig begann meine Mitarbeit in der Waldspielgruppe: zunächst unterstützend als Waldspielgruppenleiter sowie in Bereichen wie Werbung, Marketing und der Pflege des Waldplatzes. Mit der Zeit – bis Februar 2025 – übernahm ich immer mehr organisatorische Verantwortung, darunter Erstgespräche mit neuen Familien, Anmeldungen, Abmeldungen und die laufende Koordination des Gruppenbetriebs.

Am 6. Februar 2025 ist Sabin Grossmann nach mehrjährigem Kampf gegen ihre Krankheit friedlich verstorben. Mit ihrem Tod wurde auch ihre Einzelfirma aufgelöst, was zunächst das Ende der Waldspielgruppe Wichteli Reinach bedeutete. Doch eine Woche vor ihrem Tod bat sie mich ausdrücklich darum, eine eigene Firma zu gründen, damit die Waldspielgruppe weiterbestehen und die Kinder nicht abrupt aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen würden.

Aus diesem Wunsch heraus entstand in kürzester Zeit die Einzelfirma Naturpädagogik Spitz. Mit großem Einsatz wurde alles Notwendige neu aufgebaut – von der Organisation über die Homepage bis hin zu den administrativen Grundlagen. Bereits nach einer Woche konnte die Waldspielgruppe Wichteli Reinach wieder ganz normal stattfinden.

Heute wird die Waldspielgruppe Wichteli Reinach unter dem gleichen Namen weitergeführt – in tiefer Verbundenheit mit ihren Wurzeln, im Andenken an Sabin Grossmann und getragen von der Überzeugung, dass der Wald ein kraftvoller Ort für kindliche Entwicklung, Beziehung und Lebendigkeit ist.

Ein wichtiger Meilenstein: Seit August 2025 ist unsere Waldspielgruppe vom Kanton Basel-Landschaft offiziell als anerkannte Institution anerkannt. Diese Einstufung bestätigt die Qualität unserer pädagogischen Arbeit sowie die Bedeutung der frühen Naturerfahrungen für Kinder.

Betreuung

Die Kinder werden auf achtsame Weise von einer erfahrenen WaldspielgruppenleiterIn begleitet. Es können maximal 6 Kinder in einer Gruppe aufgenommen werden. Die LeiterInnen sind mit Handy, Erste-Hilfe-Set, Regenblache und Isomatten ausgerüstet.

Regeln in der Waldspielgruppe

Wir tragen Sorge zu allem Leben und gehen behutsam mit allen Wesen um

Nichts was wir finden im Wald und auf den Wiesen wird in den Mund gesteckt ohne vorheriges «okay» der Spielgruppenleitung

Wir respektieren einander

Wir bleiben immer in Sichtweite ausser in klar definiertem Gebiet

Mit Stöcken gehen wir achtsam um

Kein Tier wird absichtlich verletzt, keine Pflanze mutwillig zerstört/abgerissen

Gesunde Zwischenmahlzeiten

Wasser, Tee

Früchte und Gemüsestückli

Dörrfrüchte(besonders im Winter, da sie die Aussentemperatur nicht so stark annehmen)

Nüsse, Kerne, Samen und Saaten

Brot, Knäckebrot, Reis- oder Maiswaffeln, Kräcker

Bitte keine Süssigkeiten ausser an Geburtstagen!

Im Rucksäckli

Znüni
(s. gesunde Zwischenmahlzeiten)

Getränk –>im Winter hat die Betreuerin heisses Wasser und Tee dabei

Ersatzsocken in zwei dünnen Plastiksäckchen verpacken –>bei nassen Füssen wird über die Ersatzsocken das Plastiksäcken gestülpt, damit trotz feuchten Schuhen die Füsse trocken bleiben.

bei Bedarf eine Windel und Feuchttücher

Meine Kleidung

Zusätzlich im Winter:

gefütterte Regen-Latzhosen oder Skianzüge bieten im Winter einen guten Schutz

ein paar Fäustlinge: um sie gegen Wasser und Feuchtigkeit zu schützen, müssen sie regelmässig imprägniert werden

praktisch für die Mahlzeiten: dünne Fingerhandschuhe

eine Mütze ist besser als ein Stirnband, da über Kopf und Hals am meisten Wärme verloren geht

die Schuhe sollten wasserdicht, gross genug, gefüttert sein(nach jeder Reinigung wieder neu imprägnieren)

ideal sind zwei Paar Socken, davon ein Paar Wollsocken zum Drüberziehen. Oder ein Paar Funktionssocken mit Wollanteil.

mit langen Unterhosen oder abgeschnittenen Strumpfhosen (ohne Füsse) lassen sich nasse Socken oder kalte Füsse einfacher „behandeln“

Wichteli-Apotheke

Wir verwenden homöopathische und auf natürlicher Basis hergestellte Globuli, Salben, Sprays, Öle zur Behandlung von allfälligen kleinen Verletzungen und Schmerzen. Auch kommt z.Bsp. der Spitzwegerich(antibakteriell, kühlend, blutstillend und Juckreiz lindernd)zum Einsatz, wenn es um kleine Schürfungen, Brennnesselkontakte, Mückenstiche geht.

Wenn jemand diesbezügliche Bedenken hat, bitte dem LeiterInnenteam mitteilen.

Zum Thema Zecken und Zeckenschutz

Von April bis November sind in unseren Wäldern Zecken unterwegs. In milden Wintern können sie unter der Laubschicht jedoch überleben und bei den ersten wärmeren Tagen bereits wieder aktiv werden.

Die zu den Milben gehörenden Tierchen halten sich am liebsten im Unterholz und auf Wiesen bis in eine Höhe von 80 cm auf.

Wie allgemein bekannt ist, können Zecken Krankheiten übertragen. Bei uns sind das vor allem die Lyme Borreliose und sehr selten die FSME(Frühsommer-Meningoenzephalitis). Bei der Borreliose wird der Errgeger erst nach 6-24 Stunden übertragen, deswegen ist ein Absuchen der Kinder nach Aufenthalt in Wald und Wiese wirklich empfehlenswert. Auch spazieren Zecken oft stundenlang über den Körper auf der Suche nach einem besonders geeigneten Ort wie etwa Knie-und Achselhöhlen, Intimbereich und bei Kindern auch der Haaransatz.

Das Vertrauen in den eigenen Körper und dessen Abwehrkräfte erachten wir als grundlegend wichtig. Wie wir mit uns selbst und unserer Umwelt, Mitwelt umgehen, beeinflusst die Wahrnehmung und das Verhalten unserer Kinder. Die Möglichkeiten der körpereigenen Abwehr sind immens und somit steht nebst der Zuversicht die allgemeine Stärkung des Immunsystems an erster Stelle.

Sollte ein Kind gestochen worden sein, die Zecke mit geeignetem Werkzeug(Pinzette, Zeckenkarte) direkt über der Haut fassen und gerade herausziehen. Die Einstichstelle desinfizieren und während einer Woche beobachten, Datum notieren und die Zecke evtl. aufheben.

Z. Bsp. unter www.zecken.ch gibt es weitere Infos dazu.

Geschlossene Kleidung(lange Hosen, Hosenbeine in die Socken gesteckt, geschlossenen Schuhe) werden von offizieller Seite empfohlen. Auch der Einsatz von z. Teil chemischen Zeckenschutzmitteln, die für die(Kinder-)Gesundheit bedenkliche Inhaltstoffe enthalten können(Evtl. nur auf die Kleidung sprühen).

Alternativ sind auch Mittel mit verschiedenen ätherischen Ölen erhältlich. Am meisten überzeugt uns naturbelassenes, biologisches Kokosöl mit seinen antimikrobiellen Eigenschaften und einer Schutzwirkung von sechs Stunden( Migros, Coop, Reformhaus). Es enthält bis zu 60% Laurinsäure, welche wirksam ist gegen Bakterien, Hefen, Pilze und bestimmte Viren.

Bio-Kokosöl ist zugleich ein natürliches Hautpflegemittel und duftet angenehm. Nebst Zecken mögen auch Steckmücken den Geruch nicht.

Bio-Kokosöl ist ebenfalls für Haustiere geeignet.

Versicherung

Die Unfall- und Haftpflichtversicherung des Kindes für den Aufenthalt in der Spielgruppe ist Sache der Eltern. Für beschädigte und verlorene Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände der Kinder kann die Spielgruppenleitung keine Haftung übernehmen. Die SpielgruppenleiterInnen und ihre MitarbeiterInnen sind berufshaftpflichtversichert.

Kosten

Der Quartalsbeitrag für ein Halbtag beträgt Fr. 475.00.

Spielgruppen- & Sprachfördergutscheine der Gemeinde Reinach sind bei uns einlösbar.

Was im Elternbeitrag enthalten ist

Der Elternbeitrag ermöglicht nicht nur die Betreuung in der Waldspielgruppe, sondern deckt auch viele unsichtbare Arbeiten und Aufwendungen im Hintergrund ab. Dazu gehören die Vorbereitung und Organisation, Büro- und Buchhaltungsarbeiten, Elterngespräche, Schnuppertermine, Planung von Events, und die gesamte Administration.

Ebenso enthalten sind die Pflege unseres Waldplatzes (Wichteliplatz) mit Waldsofa und Feuerstelle, die Instandhaltung und Anschaffung von Material und Werkzeugen, Weiterbildungen, Fachliteratur, Versicherungen, gesetzliche Sozialbeiträge sowie Lohn- und Betriebskosten.

So entsteht ein sicherer, gut vorbereiteter und liebevoll gepflegter Waldort (Wichteliplatz), an dem die Kinder Natur erleben, entdecken und wachsen können.

Der Grundbeitrag ist unabhängig von der Anwesenheit des Kindes zu entrichten (bezahlt wird der für das Kind freigehaltene Platz).
Der Monat Juli ist kostenfrei.

Kündigung

Während der Probezeit von drei Wochen kann ein Austritt jederzeit erfolgen. Die Eltern zahlen in diesem Falle nur die tatsächlich besuchten Waldspielgruppentage. Danach kann jeweils auf Quartalsende unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist gekündigt werden.