ZELTSAUNA

Eine kurze Erzählung

Ein Erbe der paläolithischen Grosswildjägerkultur ist das Dampfbar. Es ist ein Ort, in dem durch die Begegnung mit den Geistern und magischen Tieren körperliche und seelische Heilung und Erneuerung stattfindet. IN der indianischen Schwitzhütte, wie etwa dem Inipi der Lakota oder dem Emaom der Cheyenne, hat sich das archaische Schwitzhüttenritual in seiner reinsten Form erhalten. Das russische Dampfbad (Banja), die skandinavische und finnische Sauna, das baltische Parts, die heissen japanischen Bäder, das türkische Bad (Hamman), das Türkstämme wahrscheinlich aus der mittelasiatischen Altairegion mitbrachten, das Schwitzhaus der Azteken (Termazcal) und die keltischen Schwitzhäuser (Allus Bothan) im alten Irland sind Weiterentwicklungen der einfachen altsteinzeitlichen Schwitzhütte.

Auch die tragbaren Schwitzjurten in den zentralasiatischen Steppen gehören dazu. Die Skythen, die wilden Reiternomaden der osteuropäischen Steppe, benutzten zur Durchführung von Initiationsriten und Totenbegleitritualen Tipiartige Zelte, die mit Filzmatten bedeckt waren. Dem Bericht des griechischen Geschichtsschreibers Herodot (440 v. u. Z.) zufolge wurde in diesen Zelten Hanf auf glühende Steine gestreut. Das Einatmen des Rauchs machte es den Teilnehmern möglich, das Alltagsbewusstsein für eine Weile hinter sich zu lassen und die Verstorbenen eine Wegstrecke in die Anderswelt mit zu begleiten.

Für die Prärieindianer stellt die Schwitzhütte den Bauch eines Bisons dar, dieser wiederum verkörpert die alte Erdmutter, die Grossmutter, die Hüterin der Tiere und Pflanzen. Um das Gerüst der niedrigen, runden, kuppelförmigen Hütte zu errichten, werden biegsame Weidenzweige im Kreis in die Erde gerammt und in der Mitte, in einer Nord-Süd-Achse, zusammengebunden. Die gebogenen Zweige repräsentieren die Rippen des Büffels (der Erdmutter) und die Achse ihr Rückgrat. Das Gerüst wir mit Büffelfellen (heute Decken) abgedeckt. Allgemein ist die schmale Öffnung – die Vulvs der Erdgöttin – nachOsten gerichtet, denn aus dieser Richtung kommen Licht und Leben. Vor dem Eingang werden runde Wackersteine in einem grossen Feuer zum Glühen gebracht, die dann mit Stöcken oder Elchschaufeln in die Grube in der Mitte der Hütte getragen werden. Die Teilnehmer kriechen durch den niedrigen Eingang in den Bauch der Erdmutter, wo sie dann im Stockfinsteren, nackt wie Embryos, hocken und schwitzen. Wasser wird immer wieder über die heissglühenden Steine gegossen, wobei sich dichte Dampfschwaden bilden. Die Hitze, die fast unerträglich werden kann, katapultiert die Teilnehmer aus dem gewöhnlichen Bewusstseinszustand heraus, Sodas sie die Götter und Tiergeister wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren können. Während der Sitzung, die manchmal eine Nacht oder einen Tag Undine Nacht dauern kann, geht das Zeitgefühl verloren; man befindet sich also Jenseits der Zeit, Inder Traumzeitdimension. Dabei wird gebet, Medizin Lieder werden gesungen und eventuell wird die Medizinpfeife geraucht. Vier Mal verlassen die Teilnehmer die Hütte , um in einen kalten Fluss oder Teich zu springen oder sich im Schnee oder im frischen Tau zu rollen, um dann erneut zu schwitzen.

Wenn das Schwitzritual vorüber ist, fühlen sich die Teilnehmer wie neu geboren. Mutter Erde hat sie in ihren heissen Schoss aufgenommen, ausgebrütet und gereinigt und voller Kraft wieder ins Dasein entlassen. Die Cheyenne erzählen, dass sogar Tote durch die Schtzhüttenzeremonie wiederbelebt worden waren.

Das Ritual ist also eine Rückkehr in den Schoss der Urmutter. Sie ist es, die die Tierseelen wie auch die Samen der Pflanzen aufnimmt, sie hütet und wieder in die äussere Welt entlässt. Da is es verständlich, dass auch das mittelamerikanische Temazcal-Schwitzhaus als der Bauch der Grossen Göttin konzipiert wurde. Die russische Banja wurde ebenfalls traditionell mit der >>feuchte Mutter Erde<<, der zweiten Mutter (utoroi mat) des Menschen, assoziiert. In vorchristlichen Zeiten war das die Göttin Mokosh.

In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls verständlich, dass die Schwitzhütte bei vielen Völkern der bevorzugte Ort ist, wo Geburten stattfinden. In Finnland kommt es noch immer vor, dass Hochschwangere den Saunaraum aufsuchen, um zu entbinden. Sich in den ländlichen Regionen Lettlands, wie auch in Russland, werden Kinder noch immer im Dampfbadhaus zur Welt. IM alten Irland war das ebenfalls so. Der Brauch lässt sich sicherlich bis in die Mammutsteppe der ausgehenden Eiszeit zurückverfolgen. Wo sonst konnte die gebärende Frau in dem kalten, windigen Klima mehr Geborgenheit und Schutz finden als in der warmen, mit dem herb würzigen Beifuss ausgelegten Schwitzhütte.

Auch wenn es unter den vielen verschiedenen Volksgruppen Abweichungen in der Ausführung der Schwitzhütte gibt, so besteht dennoch ein Grundmuster, das den gemeinsamen kulturellen Ursprung erkennen lässt.

  • Wasser wird auf Glühende Steine gegossen, um Dampf zu erzeugen. Hier begegnet uns übrigens das Motiv der beiden entgegengesetzten Urelemente: Feuer und Wasser.
  • Zum abkühlen wird das Schwitzen immer wieder unterbrochen oder es wird zum Schluss gebracht, indem die Teilnehmer in einen kalten See, Teich oder Fluss springen oder sich im Schnee oder taufrischen Gras rollen.
  • Die Körper der Schwitzenden werden während des Rituals sanft mit Büscheln aus bestimmten aromatischen Kräutern oder Baumzweigen geschlagen.. Birkenruten werden allgemein als Wisch oder Quast bevorzugt; manchmal verwendet man Zweige vom Ginster, von Juniperusarten oder – zum Beispiel in Lettland – von dem angenehm duftenden Gagelstrauch (Myrca gale). Oft werden dem Wisch Beifusstriebe (Artemisia spp.) beigemischt. Bei schmerzenden, geschwollenen Gliedern, Arthritis und Rheuma benutzen die Russen gern Besen aus Wermutzweigen (Artemisia absinthium). Mit dem Wermutwisch sanft geschlagen zu werden, soll angeblich auch den Geist klären. Zum selben Zweck verwenden die Athabaskan-Indianer einen Quast aus sogenannten Karibublättern (Artemisia tilesii), die Aleuten wiederum den Kamtschatkabeifuss (A. vulgaris var. kamtschatica).
  • Kräuter mit ätherischen Ölen und heilenden Eigenschaften werden auf die glühenden Steine gestreut oder mit im Aufguss verwendet. Die nordamerikanischen Indianer kennen mindestens 164 Arten, die sich dafür eignen. 55% davon gehören zu Gattungen, die zirkumpolar zu finden sind und die sie und die sie schon seit der jüngeren Altsteinzeit aus Nordostasien kannten. Unter ihnen befinden sich folgende: Schafgarbe, Estragon, Kalter Beifuss (Artemisia frigida), Wintergrün, Wacholder, Minze, Braunelle, Adlerfarn, Roter Holunder, Brennnessel, Kiefer, Fichte, Engelwurz, Kirsche, Nelkenwurz, Gagel, Kalmus.
  • Um den Schweiss ordentlich zu treiben, trinkt man vor dem Schwitzen grosse Mengen diaphonetischen Kräutertee. Bei Indianern der Rocky Mountains, den Cheyenne etwas, wird ein Aufguss der dort wachsenden Monardenminze (Monarda fistulosa) getrunken; bei den Irokesen und anderen östlichen Waldindianern, ähnlich wie in Russland, Holunderblütentee.

Inzwischen haben die Mediziner erkannt, dass diese Schwitzkulturen tatsächlich stark gesundheitsfördernden wirken:

  • Das intensive Schwitzen schwemmt Toxine und metabolische Schlacken aus den Körpergeweben aus.
  • Die Erhitzung (Hyperthermie) wirkt wie ein künstliches Fieber. Fieber ist, wie wir heute wissen, eine natürliche immunologische Abwehrreaktion: Es aktiviert die Lymphozyten und hemmt Bakterien, Vieren und Pilze.
  • Das abwechselnde Schwitzen und Abkühlen reinig die Haut, öffnet die Poren und regt den Blutkreislauf an, sodass die Gewebe und Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt werden.

Es besteht kaum Zweifel, dass die Ureinwohner Mitteleuropas einst auch Schwitzhütten besassen. Aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit sind runde, bienenkorbförmige Steinhütten bekannt, teilweise in die Erde gesetzt, deren Funktion den Archäologen Rätsel aufgibt. Waren es Getreidespeicher oder Kultstätten? Nähere Untersuchungen zeigten Anhäufung von Steinen. die durch Feuer zersplittert waren, und Pollenanalysen des Bodens liessen den Blütenstaub von Beifuss und anderen aromatischen Kräutern erkennen. Ähnliche archäologische Funde gab es in Mecklenburg. In Kilkenny County, Irland, entdeckten Urgeschichtler Umrisse und verkohlte Reste eines bronzezeitlichen Schwitzhüttenplatzes. Die Hütte war, annähernd der ursprünglichen steinzeitlichen Schwitzhüttenform entsprechend, aus Haselstecken errichtet worden. Ansonsten kannten die Iren die aus Stein gebauten sweat houses, die einer Grabkammer ähnelten und mit Torf beheizt wurden; sie dienten dem Herausschwitzen von Krankheiten.

Durch Kontakt mit der römischen Zivilisation wurden in weiten Teilen Europas die relativ einfachen Dampfbäder durch grossartige Badeanstalten ersetzt. Ab 12. Jahrhundert gab es wieder Bäder mit Steinöfen und Bänken, die der Sauna ähnlich waren und in denen Kräuter zum Verdampfen auf die Öfen gelegt wurden. Da wurden zum Beispiel Menstrualstockungen und Schmerzen mit Rainfarn, Mutterkraut und Königskerze behandelt. Auch Bilsenkraut wurde auf die Öfen gelegt, was zur Folge hatte, dass recht lustig in den Bäder zuging und die Anderswelt wieder Einzug hielt. Als dann die Pest kam und noch mehr, als später die Syphilis wütete -Columbus hatte sie aus der Neuen Welt eingeschleppt- wurden überall die Badehäuser geschlissen, und die Badekultur kam praktisch zum Erliegen.

Trotzdem wurde bei Krankheiten -Fieber, >>Reissen<< (Rheuma, Neuralgien) und anderen schmerzen, Ausschlag, Warzenbefall- weiterhin therapeutisch geschwitzt, und zwar im langsam abkühlenden, noch heissen Backofen, nachdem die Brote herausgeholt waren. Manchmal bettete man den Kranken dabei in heissen Sand, Asche, Salz oder (in Russland) Lehm. Kränkelnde Kleinkinder wurden hier >>nachgebacken<< und Wechselbälge zurückgegeben und ausgetauscht. In Ungarn sprach die Hebamme, wenn sie den untergeschobenen Wechselbalg in den Ofen legte: >>Hier hast du den Teufel. Gib mir mein rechtes Kind zurück!<<

Wir sehen also, der Backofen galt in der bildhaften Vorstellung der Bauern -ähnlich wie bei Schwitzhütte bei traditionellen Völkern- als ein Mutterschoss. Das Herausziehen der fertig gebackenen Brots aus dem diesen Ofen glich der Geburt. Der frische warme Brotlaib ist dem kleinen Leib eines Wickelkindes nicht unähnlich. Auch die von einer Hexe beschrienen (verzauberten) Kinder konnten hier entzaubert werden. Der Backofen was ein mystischer Ort, in de, sich Ahnengeister oder der Hauskobold und die Zwerge aufhielten. Gelegentlich wurden sogar die Toten heinaingelegt, um sie eine Weile auszudörren. Wie Feuerstellen (Kamine, Schmiedeöfen) iosrot der Backofen ein Ort der Transformation -vielleicht lässt sich auch der Hexenofen, wie in Märchen Hänsel und Gretel, so deuten. Die Kirche verbot diesen Gebrauch der Backöfen.

Auszug aus dem Buch Ur-Medizin von Wolf-Dieter Storl

Mietvertrag & Nutzungsbedingungen

1. Vertragsgegenstand

Der Vermieter vermietet dem Mieter eine mobile Zeltsauna, inklusive Ofen, Montage und Demontage vor Ort.
Die Vermietung erfolgt ausschliesslich an Privatpersonen zur privaten Nutzung.

2. Lieferung und Aufbau

Die Zeltsauna wird durch den Vermieter an den vereinbarten Standort geliefert, aufgebaut und nach der Nutzung wieder abgeholt.
Der Mieter verpflichtet sich, einen geeigneten und sicheren Standort bereitzustellen (ebener Untergrund, kein offenes Feuer in der Umgebung, keine Gefahr durch Wind oder Funkenflug).

3. Mietdauer und Rückgabe

Die Mietdauer wird individuell vereinbart.
Die Sauna ist nach Ablauf der Mietzeit in ordentlichem Zustand zur vereinbarten Zeit zur Abholung bereitzuhalten.
Der Vermieter behält sich vor, bei übermässiger Verschmutzung zusätzliche Reinigungskosten zu verrechnen.

4. Zahlung und Kaution

Bei Vertragsabschluss ist eine Kaution von CHF 250.– zu hinterlegen.
Die Kaution wird nach Rückgabe der Zeltsauna und Prüfung auf Schäden oder Verschmutzung zurückerstattet.
Der Mietpreis ist gemäss Vereinbarung vor oder bei Übergabe zu begleichen.

5. Haftung und Schäden

Der Mieter haftet für alle während der Mietdauer entstandenen Schäden, Verlust oder unsachgemässe Behandlung der Zeltsauna und des Zubehörs.

  • Für kleinere Schäden (z. B. Brandspuren, kleine Risse, Verschmutzungen, defekte Reissverschlüsse) wird pauschal ein Betrag von CHF 250.– verrechnet.
  • Für Schäden, welche die Benutzung der Sauna wesentlich beeinträchtigen oder unbrauchbar machen, wird pauschal ein Betrag von CHF 700.– erhoben.
    Darüber hinausgehende Schäden können nach Aufwand geltend gemacht werden.
    Der Vermieter haftet nicht für Personen- oder Sachschäden, die durch unsachgemässe Nutzung oder Eigenverschulden des Mieters entstehen.

6. Sicherheit und Verhalten

Die Nutzung der Zeltsauna erfolgt auf eigene Verantwortung.
Der Mieter verpflichtet sich, folgende Regeln einzuhalten:

  • Die Sauna darf nur von gesunden Personen genutzt werden; im Zweifelsfall ist ärztlicher Rat einzuholen.
  • Kein Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum vor oder während der Nutzung.
  • Kein sexuelles oder unangemessenes Verhalten in oder um die Sauna.
  • Kinder dürfen die Sauna nur unter Aufsicht Erwachsener benutzen.
  • Offenes Feuer, Rauchen oder Kerzen in der Sauna sind verboten.
  • Es dürfen keine chemischen Zusätze oder Duftstoffe auf den Ofen oder die Steine gegeben werden.

Der Mieter verpflichtet sich, den Betrieb der Sauna jederzeit sicher und verantwortungsvoll zu gestalten.

7. Wetter und Umgebung

Die Zeltsauna darf nur bei sicherer Witterung betrieben werden.
Bei Sturm, starkem Wind oder erhöhter Brandgefahr darf der Betrieb nicht aufgenommen bzw. muss umgehend eingestellt werden.

8. Haftungsausschluss des Vermieters

Der Vermieter übernimmt keine Haftung für:

  • Verletzungen, gesundheitliche Schäden oder Unfälle während der Nutzung,
  • Schäden durch unsachgemässe Bedienung, unsicheren Standort oder Nichtbeachtung der Regeln,
  • Witterungseinflüsse oder unvorhersehbare Ereignisse (z. B. Wind, Sturm, Feuer).

9. Stornierung

Bei Stornierungen bis 72 Stunden vor Mietbeginn entstehen keine Kosten.
Danach wird 50 % des Mietpreises verrechnet.

10. Datenschutz

Personenbezogene Daten des Mieters werden ausschliesslich zur Durchführung des Mietverhältnisses verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

11. Anwendbares Recht und Gerichtsstand

Es gilt ausschliesslich das Schweizer Recht.
Gerichtsstand ist der Sitz des Vermieters, Kanton Basel-Landschaft.